Klimaschutz braucht Soziales – Paritätischer und Umweltministerium im Dialog
Wie können soziale Einrichtungen im Saarland aktiv zum Klimaschutz beitragen – und zugleich von bestehenden Förderprogrammen profitieren?
Diese Frage stand im Mittelpunkt einer gemeinsamen Veranstaltung des Ministeriums für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes und des Paritätischen Rheinland-Pfalz | Saarland in Saarbrücken.
Unter dem Titel „Chancen und Auswirkungen des Klimaschutzkonzeptes für soziale Einrichtungen im Saarland“ diskutierten Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und sozialer Praxis über konkrete Maßnahmen, Fördermöglichkeiten und die Bedeutung sozialer Gerechtigkeit im Klimaschutz.
„Steigende Temperaturen und häufigere Hitzeperioden belasten sowohl die Menschen, die in unseren Einrichtungen leben, als auch diejenigen, die dort arbeiten. Soziale Träger brauchen Unterstützung, um ihre Gebäude energieeffizient zu gestalten – und zugleich ihre essenziellen Angebote für die Gemeinschaft aufrechterhalten zu können“, betonte Michael Hamm, Landesgeschäftsführer des Paritätischen Rheinland-Pfalz | Saarland. „Das saarländische Klimaschutzkonzept eröffnet hier große Chancen. Entscheidend ist, dass die Maßnahmen und Förderprogramme praxisnah, unbürokratisch und sozial ausgewogen umgesetzt werden.“
Nicola Saccà und Cathleen Forst aus dem Umweltministerium stellten zentrale Elemente des Klimaschutzkonzeptes vor. Im Fokus standen die Förderung energetischer Sanierungen, neue Beratungsangebote sowie Ansätze, wie Klimaschutz und soziale Teilhabe miteinander verzahnt werden können.
„Der Klimawandel kennt keine Grenzen – keine politischen, keine nationalen, keine geografischen. Aber wir können uns vorbereiten und an die kommenden Entwicklungen anpassen, um die spürbaren Folgen des Klimawandels – gerade für die Schwächsten in unserer Gesellschaft, die unsere Hilfe am meisten brauchen – abzumildern“, erklärte Umweltministerin Petra Berg. „Ich bin sehr dankbar für den Austausch und die Anregungen des Paritätischen Wohlfahrtsverbands und seiner Mitgliedsorganisationen.“
In der anschließenden Podiumsdiskussion mit Staatssekretär Sebastian Thul, Michael Hamm, Jürgen Quint (ZBB gGmbH) und Katja Kipping, Geschäftsführerin des Paritätischen Gesamtverbandes, wurde deutlich, dass Klimaschutz im Sozialbereich nicht nur eine ökologische, sondern auch eine soziale Aufgabe ist.
„Die Wohlfahrt will ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten“, betonte Katja Kipping. „Doch aktuelle Finanzregelungen setzen falsche Anreize – wer nachhaltig wirtschaftet, wird oft benachteiligt. Nachhaltiges Handeln muss finanziell abgesichert werden.“
Die Teilnehmenden – vor Ort und online – nutzten die Gelegenheit, Fragen zu Finanzierung, Umsetzung und langfristiger Planung zu diskutieren. Der Paritätische kündigte an, die Anregungen aus der Veranstaltung in die weitere Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium einzubringen.