Bildungs- und Teilhabepaket erreicht in Rheinland-Pfalz nur jedes zehnte Kind
Von über 53.000 anspruchsberechtigten Kindern in Rheinland-Pfalz haben im Jahr 2024 lediglich 4.879 Kinder Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) erhalten. Das entspricht einer Teilhabequote von nur 9,1 Prozent und liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 19,2 Prozent. Das zeigt eine aktuelle Studie des Paritätischen Gesamtverbands.
Das Bildungs- und Teilhabepaket der Bundesregierung soll Kindern aus Familien mit geringem Einkommen die Teilnahme an Sport, Musik oder Freizeitaktivitäten ermöglichen. In Rheinland-Pfalz profitieren jedoch nur sehr wenige Kinder von diesen Leistungen.
Die Studie macht außerdem große regionale Unterschiede sichtbar:
- In Mainz liegt die Teilhabequote mit 20,5 Prozent und im Kreis Bad Kreuznach mit 18,9 Prozent vergleichsweise hoch.
- Im Rhein-Hunsrück-Kreis wurden 2024 gar keine Leistungen bewilligt (0,0 Prozent), im Kreis Germersheim lag die Quote bei nur 0,3 Prozent.
- Auch in großen Städten wie Ludwigshafen (5,6 Prozent) oder Frankenthal (5,6 Prozent) erreichen die Angebote nur sehr wenige Kinder.
Im Saarland waren 18.161 Kinder anspruchsberechtigt, davon erhielten 2.843 Kinder Leistungen. Die Teilhabequote lag hier bei immerhin 15,7 Prozent.
Der Paritätische Rheinland-Pfalz/Saarland betont, dass das Bildungs- und Teilhabepaket grundsätzlich ein wichtiges Instrument zur Förderung gesellschaftlicher Teilhabe für Kinder aus einkommensarmen Familien ist. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Hilfen viel zu wenige erreichen. Komplexe Antragsverfahren und bürokratische Hürden schrecken zahlreiche Familien ab.
Um mehr Kindern den Zugang zu echter Teilhabe zu eröffnen, fordert der Verband dringend Reformen. Nötig seien unbürokratische Lösungen – insbesondere eine pauschale Auszahlung direkt an die Familien. Nur so könne verhindert werden, dass Kinder weiterhin vom Musikunterricht, vom Sportverein oder anderen gemeinschaftlichen Aktivitäten ausgeschlossen bleiben. Bildungsgerechtigkeit entstehe nicht auf dem Papier, sondern im Alltag der Kinder.
Die vollständige Expertise des Paritätischen Gesamtverbands lesen Sie hier.